Am 17. April 2025 ereignete sich ein Unfall an der Pendelbahn, die von Castellamare di Stabia (NA) auf den Monte Faito führt (Länge 2.945 m, Höhenunterschied 1.060 m, 2 Kabinen mit je 35 Personen, 7,5 m/s, 500 P/h, Antrieb in der Talstation, 3 Stützen, Eröffnung für die Öffentlichkeit am 24. August 1952). Bei dem Unfall kamen vier Menschen ums Leben, eine Person wurde schwer verletzt.
Eineinhalb Monate nach dem Vorfall gibt es nur wenige verlässliche Informationen über die Unfallursache, was angesichts eines laufenden Ermittlungsverfahrens und möglicherweise auch wegen der öffentlichen Rolle des Betreibers Ente Autonomo Volturno nachvollziehbar ist. Der geschmolzene Kopf, der sich vom Laufwerk mit Seil gelöst hatte, wurde in der Bergstation verkeilt aufgefunden. Die Verbindung dieses Teils zum
Laufwerk ist nicht ganz klar, da offenbar weder Kon struktions zeichnungen noch identische Lösungen bei anderen Anlagen existieren. Außerdem fehlen einige Bruchstücke im unwegsamen Waldgelände, was eine genaue Analyse zusätzlich erschwert. Daher erscheint es voreilig, Hypothesen zum Ablauf des Bruchs aufzustellen.
Die Kabine rutschte daraufhin an der Tragseilbahn talwärts, bis sie auf die zweite Stütze traf, wo sie zerschellte und die Insassen herausgeschleudert wurden. Schließlich sprang sie vom Tragseil ab und stürzte zu Boden. Die allgemeine Presse ist sich weitgehend einig, dass die Bremse am Tragseil nicht ausgelöst hat, während sie bei der talfahrenden Kabine wie vorgesehen griff und so die neun Fahrgäste plus den Dienstmitarbeiter rettete. Der Autor (Giorgio Marchelli) geht jedoch davon aus, dass die Bremse am Tragseil wahrscheinlich korrekt funktioniert hat, das Gewicht des ziehenden Seils im Tal (bei fast 1.060 m Höhenunterschied) jedoch eine so große Kraft ausübte, dass der Bremsbelag vollständig abgenutzt wurde, wodurch schließlich Stahl auf Stahl nicht mehr bremste. Ein solcher
Effekt wurde zum Beispiel bereits an der Linie Boè in Corvara (BZ) sowie bei Tests an einer ausgemusterten Pendelbahn in Sölden (Tirol, Österreich) beobachtet und hätte sich auch an der Linie des Mottarone (VB) ereignet, wenn dort nicht die berüchtigten Klemmen („forchettoni“) eingebaut gewesen wären. Die Bremse am Tragseil gilt als „Lebensretter“, der jahrzehntelang den Betrieb nahezu aller Pendel bahnen ermöglicht hat; nur erfüllt sie nicht immer diese Funktion. Die französischen technischen Dienste haben dies erkannt und darauf hingearbeitet, Bedingungen zu schaffen, bei denen ein Betrieb ohne Tragseil bremse möglich ist. Die heutigen internationalen Normen haben die Argumente der Franzosen anerkannt, sodass nun fast alle Pendelbahnen ohne Tragseil – bremse betrieben werden. Es gibt allerdings weiterhin ältere Anlagen, die noch mit dieser Bremse laufen, und es ist vielleicht nicht ratsam, allzu laut darüber zu sprechen, dass der „Lebensretter“ unter bestimmten Bedingungen nicht rettet (ich habe auch gehört: „In der Seilbahn – kommission darf man nicht über die Tragseilbremse sprechen, sonst fühlt sich der Professor beleidigt, vor allem wenn er noch wach ist“).

